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Jan
10

Körperkunst und Schnapsideen

Über Körperschmuck und Gesamtkonzepte…

Nicole hat drei Tätowierungen. Rücken, Oberarm und der Bereich hinterm Ohr sind durch Tattoos geschmückt. Ihr Lieblingstattoo ist das auf ihrem linken Oberarm. Eine Krone und eine große Rose sind die Hauptmotive. Weitere Blüten sowie Leopardenflecken komplettieren das Tattoo. Bis jetzt. “Es soll noch größer werden”, sagt Nicole. Sowohl auf der Schulter sowie auf dem Unterarm sollen irgendwann weitere Leopardenflecken und Blüten ihren Körper verschönern. Die Idee der ästhetischen Körperkunst ist es auch, die Nicole zu ihrem Tattoo veranlasst hat. Genau so wie Armreifen, Ketten oder Ringe sind in ihren Augen auch Tattoos zum schmücken da. Körperschmuck halt. Eine tiefgründige Bedeutung haben weder Krone noch Rosen. Dies oberflächlich zu nennen ist zu schnell geurteilt, denn durch ihr Tätowierung lebt und unterstreicht sie ihren Stil. Das Gesamtkonzept muss stimmen,  findet sie. Und bei ihr stimmt es.


“Ich war schon froh, als es fertig war.”

 Ein dreiviertel Jahr hat es gedauert, bis das Tattoo auf Nicoles Oberarm so aussah, wie es heute aussieht. Erst wurden die Außenlinien von Krone und Blüten gestochen, mit der Zeit kamen dann Farben und das Wildkatzenmuster dazu. Im Gegensatz zu ihren anderen Tattoos war dieses mit Abstand das schmerzhafteste. Besonders das Stechen im Schulterbereich, sagt sie, war extrem unangenehm. “Ich war schon froh, als es fertig war”, gibt sie zu. Vorerst jedenfalls, denn neben Zeit und Schmerzen hat Nicole vor allem eines investiert: eine nette Stange Geld. 650 Euro muss man ja auch ertsmal auf der hohen Kante haben, und so weiß Nicole auch noch nicht genau, wann Unterarm und Schulter noch weiter verziert werden.

…und wenn du mal alt bist, dann hängt alles

Auch Nicole musste sich natürlich mit ihrer Umwelt auseinandersetzten, als für sie feststand, mit einem relativ großen Tattoo ihren Körper zu verzieren. Das abgelutschte “wenn-du-mal-alt-bist-Argument”  kennt auch sie. Noch ist sie jedoch jung und bekommt vor allem positive Reaktionen auf  ihr Tattoo. “Wem es nicht gefällt, der hält sich eher zurück”, hat sie festgestellt. Generell scheint sie sehr zufrieden und glücklich über ihre Entscheidung.  Das Tattoo als Teil von ihr, der ihr Empfinden von Ästhetik und Schönheit ausdrückt, ist authentisch und gelungen.

Nachtrag: über eine Schnapsidee

Ein weiteres Tattoo in Form eines Notenschlüssels trägt Nicole hinterm Ohr. Er symbolisiert ihre Liebe und Verbundenheit zur Musik und in gewissermaßen auch ihre Lust am Leben und Feiern: Der Notenschlüssel ist nämlich im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee. Im Urlaub ging sie mit einem guten Freund in einer Partynacht den Pakt ein, sich noch vor Ende des Urlaubs zu tätowieren. Beide hielten sich daran und Nicole beweist, dass aus einer Schnapsidee durchaus auch etwas sinnvolles entstehen kann.


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