“Pures Glück!” Das sagt sich so leicht, doch leider lässt sich Glück nicht einfach wie die Brötchen morgens beim Bäcker oder wie einen Artikel bei Ebay besorgen. Irene W. hat wahrscheinlich ein kleines bischen mehr Glück als andere von uns. Sie hat sich das Glück gleich für die Ewigkeit einbrennen lassen. Das kleine chinesische Schriftzeichen drückt ihr ganz persönliches Glück aus, und das ist ihre Familie. Obwohl diese nicht mehr vollständig ist, ist sie froh über jedes einzelne ihrer Familienmitglieder, auch über die neuen. Sie nimmt den frühen Tod ihrer Mutter nicht zum Anlass sich in ewige Trauer zu stürzen, sondern empfindet die kurze Zeit, die sie mit ihr hatte als wahres Glück. Glück das nie wieder kommen wird, aber das ihr auch keiner wieder nehmen kann. Wie ihre Tattowierung!

Schon im Alter von 12 Jahren spielte sie mit dem Gedanken sich irgendwann ein Tattoo stechen zu lassen und dieser ließ sich auch nach zehn Jahren nicht verdrängen. Vor ein paar Jahren dann wurde der Wunsch immer größer und das Motiv immer konkreter. Um zu vermeiden später verhöhnt zu werden, weil das falsche auf ihrem Köper stand, setzte sie sich lange mit Schriftzeichen auseinander. Was dann noch fehlte war das richtige Tattoostudio und eine kleine Portion Durchhaltewillen, denn schmerzhaft würde es werden egal wie groß oder klein das Tattoo ist. Aber das weiß man ja vorher und nimmt es in Kauf, ähnlich wie bei der Geburt eines Kindes, sagt sie lachend.
Ihr Vater war weniger geschockt oder entsetzt darüber, sondern vielmehr überrascht ,dass sie es tatsächlich durchgezogen hatte und übernahm sogar einen Teil der Gesamtkosten von 75 Euro.
Auf die Frage ob sie noch ein zweites Tattoo machen lassen möchte, antortet Irene sofort mit einem heftgen Nicken. Ein weiteres chinesisches Zeichen für “Liebe” soll es werden und der Platz dafür ist auch schon reserviert: Natürlich soll sich die Liebe zu dem Glück gesellen.



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